TIPPS
Wie man im Oberbergischen gelassener durch den Herbst kommt
Morgens um halb acht, wenn die ersten Pendler Richtung Gummersbach fahren, hängt über den Tälern im November oft noch dichter Nebel.
Die Tage werden kürzer, und viele merken, dass ihnen der Schwung fehlt. Das Oberbergische Land bietet dafür mehr Gegenmittel, als man auf den ersten Blick meint, denn Wälder, Höhenwege und zahlreiche Talsperren liegen fast vor der Haustür. Mit ein paar festen Gewohnheiten lässt sich die dunkle Jahreszeit deutlich ruhiger gestalten. Große Pläne braucht es dafür nicht.
Eine feste Runde an der Talsperre
Kaum eine Region in Nordrhein-Westfalen hat so viele Stauseen auf so engem Raum. An der Brucher-Talsperre bei Marienheide führt ein Rundweg direkt am Ufer entlang, und auch an der Aggertalsperre lassen sich gut kürzere Strecken gehen. Eine feste Runde von einer halben Stunde, immer zur gleichen Zeit, hilft mehr als ein gelegentlicher Tagesausflug. Man muss nicht mehr überlegen, ob es sich lohnt. Regenjacke und feste Schuhe stehen am besten griffbereit an der Tür. Gerade an trüben Tagen hat das Wasser etwas Beruhigendes, wenn der Nebel langsam aufsteigt. Wer am Wochenende mehr Zeit hat, findet auf dem Bergischen Panoramasteig längere Etappen mit weiten Blicken über die Hügel.
Morgens Licht, abends weniger Bildschirm
Im Herbst verschiebt sich der innere Rhythmus leicht nach hinten, weil das Tageslicht fehlt. Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause bringt mehr Licht als ein ganzer Tag am Schreibtisch, selbst bei bedecktem Himmel. Wer kann, legt Termine im Freien bewusst in die hellen Stunden. Wer im Homeoffice arbeitet, stellt den Arbeitsplatz am besten nah ans Fenster und erledigt Wege zum Bäcker oder zur Post lieber mittags als nach Feierabend. Abends hilft das Gegenteil. Gedimmtes Licht und ein Handy, das ab einer festen Uhrzeit in der Schublade bleibt, signalisieren dem Körper, dass der Tag zu Ende geht. Nach ein, zwei Wochen fällt vielen das Aufstehen spürbar leichter.
Pflanzentrends aus Südostasien im Netz
Wer sich im Internet über Lebensstil und Wohlbefinden informiert, stößt seit einiger Zeit auch auf Pflanzen aus fernen Ländern. Dazu gehört die Mitragyna speciosa, die in Indonesien, Thailand und Malaysia wächst und botanisch mit dem Kaffeestrauch verwandt ist. Als fein vermahlenes Kratom Pulver findet sie auch in Deutschland immer mehr Interessierte. Beschrieben wird die Wirkung meist als abhängig von der Menge, mal anregend und mal entspannend.
Eine Frage der Sorte
Angeboten wird das Pulver in verschiedenen Sorten, die nach der Farbe der Blattadern benannt sind. Wer bei Kratom Bird stöbert, findet unter anderem Varianten aus Indonesien und Thailand, jeweils mit einer kurzen Beschreibung der Herkunft. Die Auswahl macht es leicht, Farbe und Herkunft miteinander zu vergleichen. So entdeckt man nach und nach, was zu den eigenen Vorlieben passt.
Den Herbst bewusst langsamer angehen
Nicht jeder Abend muss gefüllt sein. Ein Buch am Kamin, ein Abend in der Sauna oder ein Treffen mit Nachbarn im Dorfgemeinschaftshaus geben der Woche Halt, ohne sie voll zupacken. Viele Orte im Oberbergischen haben aktive Vereine, vom Kirchenchor über den Schützenverein bis zum Wanderverein. Wer sich einmal in der Woche fest verabredet, kommt auch in den dunklen Monaten unter Leute. So erlebt man den Herbst eher als ruhige Zeit im Jahr. Spätestens wenn im Dezember die ersten Lichter in den Fenstern stehen, hat sich der neue Rhythmus meist eingespielt.