WALDBRöL

Gutes tun und Schnäppchen machen

ad; 01.11.2026, 20:00 Uhr
Fotos: Astrid Deckers --- Maic Stausberg (Mitte) freute sich über diese beiden Gäste aus Bad Oeynhausen, die seit Jahren Stammbesucher sind.
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Gutes tun und Schnäppchen machen

ad; 01.11.2026, 20:00 Uhr
Waldbröl - Die Organisatoren des traditionellen Missionsbasars (MIBA) der evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl durften sich über einen großen Besucherandrang freuen.

Von Astrid Deckers

 

Dass sie für eine derartige Traditionsveranstaltung den Grundstein legen würden, hätten sich die Initiatorinnen der evangelischen Frauenhilfe Waldbröl sicherlich nicht vorstellen können, als sie am 1. November 1962 den ersten Missionsbasar in Waldbröl organisierten. „Mittlerweile ist die Veranstaltung weit über Waldbröl hinaus bekannt und zieht jedes Jahr erneut Besucherscharen an,“ so Koordinator Marc Stausberg.

 

Gemeinsam mit seiner Frau Christiane ist er für den administrativen Teil verantwortlich, steht aber auch den Sachspendern aus der Gemeinde und den knapp 200 ehrenamtlichen Helfern als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Reinerlös des gesamten Basars kommt seit 1962 den Bewohnern West-Papuas (Indonesien) zugute. So konnten beispielsweise im vergangenen Jahr Alphabetisierungskurse und Gesprächskreise für Frauen und die Betreuung von Mädchen in Internaten, um eine schulische Bildung zu erhalten, initiiert und unterstützt werden.

 

Wie sehr die Waldbröler „ihren“ MIBA unterstützen beweisen nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch die Spendenbereitschaft. Neben 120 Kuchen und über 40 Kilogramm Mehl für Waffelteig, stammen auch sämtliche Verkaufsartikel aus Privathaushalten. Seit den Sommerferien können nicht mehr benötigte Gegenstände abgegeben werden, um dann im Anschluss mittwochs und freitags von ehrenamtlichen Mitarbeitern in die einzelnen Verkaufskategorien sortiert zu werden.

 

[Kerstin Hupperich (v.li.), Michelle Hupperich und Susanne Nierstenhöfer fanden mit ihren Angeboten regen Zuspruch bei Besuchern aller Altersgruppen.]

 

Im Kreativbereich fand der Besucher die unterschiedlichsten selbsthergestellten Winter- und Weihnachtsartikel. Ob selbstgenähte Wichtel- und Hauskissen, beleuchtete Papierblumenvasen oder auch Häuserlampions, eines ist den meisten Waren gemeinsam, sie bringen Licht und Wärme in die nun beginnende kalte und dunkle Jahreszeit. Hupperich trifft sich ab Februar eines jeden Jahres einmal wöchentlich mit vier anderen ehrenamtlichen Frauen, um gemeinsam Ideen für den nächsten MIBA zu entwickeln und diese dann mit viel handwerklichem Geschick umzusetzen.

 

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Ursprünglich als „Sterne und mehr“- Projekt gestartet, wurde vor einigen Jahren daraus die MIBA-Kreativgruppe. Neben den Verkaufsartikeln boten die Damen auch den kleinsten MIBA-Besuchern die Möglichkeit kreativ zu werden. So entstanden zahlreiche selbstgebastelte Sterne und Päckchen, aber auch zauberhafte, beleuchtete Winterhäuser aus Holz. Das kostenfreie Angebot wurde rege genutzt und so manches Kind präsentierte den Eltern stolz und mit leuchtenden Augen das eigene Werk, bevor dieses mit nach Hause genommen wurde.

 

[Hochwertigen Trödel und interessante Einzelstücke wurden von Joachim Irrgang (vorne) und seinen Teamkollegen feilgeboten.]

 

Joachim Irrgang ist für die Verkaufsbereiche und die Aufteilung der Exponate in die verschiedenen Bereiche zuständig. Gemeinsam mit 14 weiteren Kolleginnen betreuen die Ehrenamtler das „Prüddel-Zelt“ und dessen Bereiche: Edles und Neues, Porzellan, Elektronik, Weihnachten und ganzjährige Dekorationen. Die Preise sind in allen Abteilungen Verhandlungssache, jedoch derart niedrigschwellig angesetzt, dass auch mit kleinem Geldbeutel so manches begehrte Objekt erstanden werden kann. Wie Irrgang berichtet, kommen „die richtigen Schnäppchenjäger gerne zu Beginn der Veranstaltung, da in jedem Jahr auch Neuware gespendet wird, die man als Geschenk erhalten hat, aber eigentlich nicht braucht. Das landet dann auch gerne hier und findet neue Liebhaber, die dabei auch noch Gutes tun.“

 

Die Nachhaltigkeit und das Schonen von Ressourcen endet für die MIBA-Teammitglieder jedoch nicht mit Basarschluss. Vertreter der Ukraine-Hilfe suchen sich noch am selben Abend alles aus, was sie in das Kriegsgebiet transportieren können. Andere karitative Einrichtungen erhalten in den Folgetagen nicht verkaufte Gegenstände zur weiteren Verwendung.