WIPPERFüRTH
Kastrationspflicht: Tierschutzvereine senden Appell an die Politik
Wipperfürth/Oberberg – Kastrationspflicht für freilaufende Straßenkatzen gefordert – Auch beim Tierschutzverein Wipperfürth sieht man die Politik in der Verantwortung.
In einem gemeinsamen Brief an die Bundesregierung fordert der Tierschutzverein Wipperfürth zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund, allen Landestierschutzverbänden und insgesamt 775 Tierschutzvereinen eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freilauf. Schätzungsweise mehrere Millionen Straßenkatzen leben hierzulande auf der Straße – sie sind krank, verletzt oder unterernährt. Die Tierschutzvereine kümmern sich mit um die Tiere, lassen sie kastrieren und medizinisch versorgen. Doch die stetig wachsende Zahl der Straßenkatzen bringt die Vereine an ihre finanziellen, räumlichen und personellen Grenzen.
„Auch wir erleben in diesem Jahr erneut sehr deutlich, welche Folgen die unkontrollierte Vermehrung von Katzen hat. Immer wieder erreichen uns Katzenmütter mit ihren Kitten, die dringend auf unsere Hilfe angewiesen sind. Wir kümmern uns um ihre Versorgung, notwendige medizinische Behandlungen und die anschließende Vermittlung. Angesichts der stetig zunehmenden Fälle stoßen wir immer wieder an unsere finanziellen, räumlichen und personellen Grenzen. Es ist schwer mitanzusehen, wie sich das Leid der Tiere weiter fortsetzt, obwohl die Ursache bekannt und vermeidbar ist. Eine bundesweit einheitliche Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freilauf ist daher aus unserer Sicht dringend notwendig, um das Tierleid nachhaltig zu reduzieren und die Tierschutzvereine zu entlasten“, sagt Nadine Hühnerbach, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Wipperfürth.
Einzelne kommunale Katzenschutzverordnungen hätten sich als unzureichend erwiesen. Die Tierschützer fordern daher die Bundesregierung zum sofortigen Handeln und zur “Verankerung der bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen im § 13b Tierschutzgesetz” auf. „Tierschutz darf nicht davon abhängig gemacht werden, in welcher Kommune eine Katze lebt. Wir brauchen eine bundesweit einheitliche Regelung, die die unkontrollierte Vermehrung wirksam verhindert. Die Politik darf diese Verantwortung nicht länger bei den Tierschutzvereinen abladen“, so Hühnerbach.