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Neue Fachräume: Wipperfürther Hauptschüler pauken nun im Container

pn; 14.07.2026, 17:00 Uhr
Fotos: Peter Notbohm --- Vertreter von Stadt, Schulen und Politik sowie der beteiligten Baufirmen freuen sich, dass die neuen Fachräume für Physik und Chemie von Wipperfürths Hauptschülern nach den Sommerferien genutzt werden können.
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Neue Fachräume: Wipperfürther Hauptschüler pauken nun im Container

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pn; 14.07.2026, 17:00 Uhr
Wipperfürth – In hochmodernen Containerräumen findet nach den Sommerferien der Unterricht in Physik und Chemie an der Kondrad-Adenauer-Hauptschule statt.

Von Peter Notbohm

 

Nach den Sommerferien können die Schüler der Konrad-Adenauer-Hauptschule Wipperfürth erstmals ihre neuen Fachräume für Physik und Chemie betreten. Am Montag fand die offizielle Schlüsselübergabe von Bürgermeisterin Anne Loth an Schulleiter Wolfgang Beilfuß statt, nachdem der Innenausbau in den vergangenen Wochen durchgeführt wurde. Seit Anfang des Jahres waren 17 Container auf dem Gelände der benachbarten Hermann-Voss-Realschule ausgebaut worden. Der neue Schulcampus Mühlenberg, der bis 2032 errichtet werden soll, nimmt damit erste Formen an.

 

In den Containern sind auf 335 Quadratmetern neben den beiden Fachräumen auch zwei Vorbereitungsräume, ein Raum für die Haustechnik und eine barrierefreie Unisex-Toilette untergebracht. Insgesamt 1,9 Millionen Euro waren für den Ersatzbau ursprünglich veranschlagt. Loth freute sich nicht nur, dass die Stadt den Bau „just in time“ fertig gestellt, sondern dabei auch noch knapp 150.000 Euro eingespart hat.

 

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Die Bauarbeiten an dem neuen Schulcampus beschrieb sie als „schwierigen Verschiebebahnhof“, auf dessen Karussell Wipperfürths Schulen vorerst jedes Schuljahr anders gestalten müssen. Mit den beiden neuen Fachräumen biete die Stadt nun aber einen hervorragenden Standard an, „mit dem wir hoffentlich ein paar Träumchen erfüllen“. Für die Umsetzung dankte sie auch der Stadtpolitik, ohne die man solche Summen nicht bewegen könne. „Mit der Fertigstellung der neuen Fachräume schaffen wir moderne und funktionale Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler und stellen sicher, dass auch während der weiteren Entwicklung des Schulstandortes ein praxisnaher Unterricht möglich ist.“

 

Von strahlenden Lehreraugen angesichts der topmodernen Ausstattung der Räume berichtete Schulleiter Beilfuß. „Wir wussten anhand der Zeichnungen, dass es gut wird. Das war super durchgeplant und wir haben das bekommen, was wir wirklich benötigen.“ Auch der Vorsitzende des Wipperfürther Bauausschuss Hans-Dieter Wysuwa (CDU) sprach davon, „dass die MINT-Fächer die Zukunft unseres Landes sind“. Er hob besonders die Flexibilität der neuen Räumlichkeiten hervor: „Wenn man Schulen erhalten will, muss man systemisch denken, sonst ist das nicht mehr bezahlbar. Das ist hier besonders gut gelungen und ist eine vorbildliche Zusammenarbeit beider Schulen.“

 

Die Vorzüge der beiden flexibel gestalteten Räume, in denen es Lehrern möglich ist, sehr individuell mit den Schülern zu arbeiten, umriss Anica Brüser vom städtischen Gebäudemanagement. Beide Räume wurden nahezu vollumfänglich mit mobilen Elementen ausgestattet, die später in ein neues Schulgebäude umziehen können. Dazu ist der Physikraum komplett abdunkelbar, um optische Experimente zu ermöglichen. Mit den beiden beteiligten Firmen Fagsi und Hohenloher habe es eine hervorragende Zusammenarbeit gegeben. Ein echtes Highlight sind die hochmodernen "medienBuddys". Ein mobiles System für Gas und Strom, das sich die Firma patentieren lassen hat und erst Anfang 2026 in Serienproduktion gegangen ist.

 

[Die Funktionen der "medienBuddys" erläuterte Guido Jäger.]

 

Jeder Buddy kostet laut Guido Jäger (Hohenloher) je nach Ausstattung zwischen 9.000 und 12.000 Euro, ist ausgestattet mit einer handelsüblichen Gaskartusche sowie einem Lithium-Ionen-Akku, verfügt über eine Parksicherung und erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen. Die Geräte sind per Funk untereinander vernetzt und müssen vom Lehrer mittels eines RFID-Chips für die Nutzung freigegeben werden. Die bereitgestellten Tische und Stühle in den Räumlichkeiten sind höhenverstellbar und bis zu 800 Grad hitzebeständig. „Für die Stadt haben wir damit zwei Ziele erreicht. Der Fachunterricht kann stattfinden und wir haben auch eine Lösung für die Zukunft, dass wir für weiteren Raumbedarf und Veränderungen vorbereitet sind“, meint Renate Brüning, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements.

 

Schulcampus Mühlenberg

 

Der neue Schulcampus Mühlenberg befindet sich derzeit in der Vorentwurfsplanung. Der Siegerentwurf der H4a-Architekten (Gebäudeplanung) Düsseldorf und mesh landschaftsarchitekten aus Hannover werde derzeit final mit den Nutzern abgestimmt. Spätestens im Herbst soll Wipperfürths Politik in einer gemeinsamen Sondersitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Schule und Soziales Detailentscheidungen treffen. Erst dann könne man die Kosten für das Gesamtprojekt abschätzen. Anfang des Jahres wurden die Kosten für den Neubau zwischen 60 und 95 Millionen Euro taxiert.

 

Das alte Gebäude der Hauptschule wird bereits zurückgebaut. Die Schadstoffentsorgung ist abgeschlossen. In den Herbstferien soll das Gebäude fallen. Der Bau des neuen Gebäudes soll voraussichtlich bis 2029 abgeschlossen werden, sodass die ersten Umzugsarbeiten beginnen können. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann auch der Altbau abgerissen wird. Das Gesamtprojekt soll bis 2031 oder 2032 abgeschlossen werden.

 

Auf dem Mühlenberg-Gelände wird ein Schulcampus entstehen, der Platz für zwei Schulen bietet: für die Hermann-Voss-Realschule mit fünf Zügen und rund 720 Schülerinnen und Schülern sowie die Konrad-Adenauer Hauptschule mit zwei Zügen und rund 240 Schülerinnen und Schülern. Zusätzlich erhofft man sich Synergie-Effekte, indem beide Schulen künftig Fachräume, Mensa und auch Pausenhofflächen mit entsprechenden Angeboten gemeinsam nutzen.

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