WIRTSCHAFT

IHK Köln fordert schnellen Neubau der Talbrücke Rahmede

Red; 24.03.2022, 14:30 Uhr
Symbolfoto: hpgruesen auf Pixabay --- Die gesperrte Talbrücke Rahmede sorgt derzeit für viele in NRW.
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IHK Köln fordert schnellen Neubau der Talbrücke Rahmede

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Red; 24.03.2022, 14:30 Uhr
Oberberg – Die Beratende Versammlung Oberberg der IHK Köln verabschiedet Resolution - Neubau müsse in zwei Jahren realisiert werden.

Die Vollsperrung der kaputten Autobahn-Talbrücke Rahmede auf der A 45 stellt oberbergische Unternehmen weiter vor erhebliche Probleme. Die IHK Köln sieht die Gefahr einer strukturellen Schwächung der regionalen Wirtschaftsstruktur durch Umsatzausfälle, mehr Zeitaufwand, höhere Kosten und den drohenden Verlust von Fachkräften. „Das ist das Ergebnis einer Umfrage, an der sich kürzlich fast 600 Unternehmen aus dem Oberbergischen Kreis und dem gesamten Kammerbezirk der IHK Köln beteiligt haben“, sagt Sven Gebhard, Vorsitzender der Beratenden Versammlung Oberberg und Vizepräsident der IHK Köln.

 

Die Beratende Versammlung Oberberg der IHK Köln stellt daher nun Forderungen an die Politik und verabschiedete am Mittwochabend einstimmig eine Resolution, in der ein Ersatzbau der Talbrücke in zwei Jahren gefordert wird – nach Sprengung. Zusätzlich erwartet man einen verbindlichen und transparenten Zeitplan für Sprengung und Neubau, damit alle Betroffenen Planungssicherheit erhalten.

 

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Die Brücke ist seit einer Kontrolle im vergangenen Dezember gesperrt und soll nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums noch in diesem Jahr gesprengt werden. Zunächst muss aber noch die Frage der Entschädigung der Anwohner geklärt werden. Die IHK Köln sieht neben der hiesigen Region auch die Wirtschaft darüber hinaus durch die Sperrung beeinträchtigt: Der Umleitungsverkehr belaste die A 4 und A 3 und damit insbesondere den ohnehin schon stark befahrenen Kölner Autobahnring.

 

Dass ein Neubau in zwei Jahren möglich sei, zeigt laut IHK Köln die neue Morandi-Brücke in Genua, die innerhalb von 24 Monaten geplant und gebaut wurde: „Das ist der Maßstab, an dem sich die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung messen lassen muss.“ Nach einem Memorandum der Kanzlei Wolter Hoppenberg für die Bezirksregierung Arnsberg gebe es keine Notwendigkeit einer zeitaufwendigen Planfeststellung für den sechsspurigen Ersatzneubau der Brücke. „Wir erwarten daher, dass alle rechtlichen und organisatorischen Möglichkeiten genutzt werden, um die schnellstmögliche Wiederherstellung der A 45-Brücke bei gleichzeitiger Minimierung der Belastung für Wirtschaft, Bürger und Umwelt zu realisieren“, heißt es in einem Schreiben der IHK Köln.

 

Dafür wird konkret die Einsetzung eines Sonderbeauftragen beim Bundesverkehrsministerium zur Beaufsichtigung der rechtlich einwandfreien Durchführung eines vereinfachten Vergabeverfahrens verlangt. Zudem müsse es eine gemeinsame Vergabe von Planung und Bauleistung für den Ersatzbau geben. Des Weiteren wird eine Implementierung von Bonus-Malus-Klauseln in der Ausschreibung gefordert.

 

Aber auch während der Planungs- und Bauphase müsse die oberbergische Wirtschaft entlastet werden. Neben einer dynamischen, der Situation angepassten Baustellenkoordination durch die Autobahn GmbH, Straßen.NRW und betroffener Gemeinden müsse der Oberbergische Kreis als betroffene Region in den NRW.Bank Universalkredit A45 aufgenommen werden und es den Unternehmen erleichtert werden, Mittel aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm NRW (RWP) bekommen zu können. Zusätzlich fordert die Resolution vereinfachte Ausstellung von Ausnahmegenehmigungen für LKW-Fahrten an Sonn- und Feiertagen.

 

Angesichts weiterer maroder Autobahnbrücken entlang der A 45, im Rheinland und weiteren Teilen NRWs könne der Ersatzbau der Talbrücke Rahmede auch als Blaupause für zukünftige Brückenerneuerungen dienen. Hierfür soll nach dem Willen der Beratenden Versammlung ein Geschäftsbereich „Not-Ersatzneubauten“ bei der Autobahn GmbH geschaffen werden, zudem ein Sonderfonds.

KOMMENTARE

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Nichts für Ungut!, aber ich tippe -schon Jetzt!- auf 5 Jahre Bauzeit und min. 500 Mio. Mehrkosten als geplant!

Maik Burghardt, 27.03.2022, 20:30 Uhr
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