FUSSBALL
Chancenwucher fast bestraft: Owusu rettet immerhin einen Zähler
Oberberg - Hohkeppel II muss sich im Duell gegen Jan Wellem trotz klarer Überlegenheit mit einem späten Remis begnügen - Schönenbach gibt sich auch gegen Hürth II keine Blöße und springt auf Platz zwei - Lindlar verliert wie erwartet beim Primus (AKTUALISIERT).
Eintracht Hohkeppel II - Jan Wellem Bergisch Gladbach 3:3 (1:1).
In der Nachspielzeit des Topduells sicherte Mike Owusu den Gastgebern noch einen Zähler und verhinderte damit die dritte Niederlage in der vierten Rückrundenpartie des Herbstmeisters, echte Freude über das Resultat wollte jedoch nicht aufkommen, denn am Ende waren es aufgrund eines deutlichen Chancenplus der Hausherren zwei verschenkte Zähler. Coach Giuseppe Brunetto lobte zwar die Einstellung seiner Schützlinge, die einen Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht hatten, doch die Enttäuschung über das Remis war ihm anzumerken. „Die Jungs haben alles gegeben, doch wir befinden uns gerade in einer Phase, wo wir uns einfach nicht belohnen. Dem Gegner haben wenige Momente gereicht, um einen Punkt mitzunehmen.“
[Amin Bouzraa kam zur zweiten Halbzeit und war ein belebendes Element.]
Die mit einigen Kickern aus der spielfreien Erstvertretung verstärkten Hohkeppeler gaben von Beginn an den Takt vor und hatten Pech, dass Jose Pierre Vunguidica an der Querstange und Davin Dresbach am Pfosten scheiterten (4., 10.). Die Führung resultierte aus einem Foulelfmeter, nachdem Owusu im Sechszehner gefoult worden war. Vunguidica verwandelte sicher. Die Gladbacher wurden erstmals gefährlich, als bei der Eintracht-Reserve die Konterabsicherung fehlte. Phil Kramer setzte die Kugel an den Pfosten (18.).
In der Folge war es aber weiter die Brunetto-Equipe, die für die Offensivakzente verantwortlich zeichnete. Allerdings erwies sich Jan Wellems Schlussmann Nikolas Steingaß als unüberwindbar. Er behielt sowohl im Eins-gegen-Eins gegen Sam Kirchsieper als auch bei zwei Fernschüssen von Vladislav Fadeev die Oberhand (19., 27., 34.). Dann erzielten die Gäste aus dem Nichts den Ausgleich, weil die SVE-Defensive auf der rechten Abwehrseite und in der Zentrale zu luftig verteidigte. Wenig später verhinderte Steingaß auch gegen Dennis Weis einen Einschlag im Kasten (43.).
Kurz nach der Pause leistete sich Hohkeppel zwei kapitale Aussetzer im hinteren Bereich und lag plötzlich durch einen Doppelschlag von Maximilian Maier und Phil Kramer mit 1:3 zurück. Nach Vorlage des eingewechselten Amin Bouzraa konnte Vunguidica zügig verkürzen, woraufhin die Hausherren den Gegner in den Schwitzkasten nahmen. Doch der Dauerdruck wurde zunächst nicht in Zählbares umgemünzt: Kirschsieper zielte zweimal knapp vorbei (59., 61.), für Bouzraa, Behadil Sabani und Fadeev war einmal mehr Steingaß Endstation (65., 66., 76.).
[Trainer Giuseppe Brunetto trieb seine Mannschaft nach dem Stocher-Tor von Jose Pierre Vunguidica zum 2:3 weiter an.]
Als dann noch ein Freistoß von Nils Remagen auf die Latte tropfte (87.), schien die Pleite nicht mehr abzuwenden zu sein, doch Owusu fand nach einem Assist von Robin Theisen die Lücke und sorgte für das 3:3. Danach hatte Hohkeppel noch dreimal den Siegtreffer auf dem Fuß: Fadeev verfehlte das Ziel nach einem Sololauf über den halben Platz um einen halben Meter (90.+3), bevor Theisen ebenfalls in Steingaß seinen Meister fand und Sora Yamatos Schuss aus der zweiten Reihe am Gehäuse vorbeizischte (90.+4). „Heute war nur eine Mannschaft auf dem Platz, die den Sieg verdient gehabt hätte. Die Moral hat gestimmt, aber wir müssen es schaffen, das Glück noch mehr herauszufordern“, haderte Brunetto mit der Abschlussschwäche seines Teams.
Tore
1:0 Jose Pierre Vunguidica (14. Foulelfmeter), 1:1 Phil Kramer (38.), 1:2 Maximilian Maier (51.), 1:3 Phil Kramer (53.), 2:3 Jose Pierre Vunguidica (58.), 3:3 Mike Owusu (90.+1).
Eintracht Hohkeppel II
Tom Brauer; Davin Dresbach, Sora Yamato, Arlind Mimini (46. Nils Remagen), Robin Theisen, Behadil Sabani (79. Aras Ashrafi), Vladislav Fadeev, Dennis Weis (46. Amin Bouzraa), Sam Kirschsieper (80. Christopher Kovacs), Mike Owusu, Jose Pierre Vunguidica.
SV Schönenbach – FC Hürth II 3:1 (2:1).
Der SV Schönenbach schwimmt nach der Winterpause weiter auf einer Erfolgswelle: Die Fußballer aus dem Kreissüden haben auch die vierte Rückrundenpartie siegreich gestaltet und rücken damit – dank des Remis zwischen den Konkurrenten Hohkeppel II und Jan Wellem Bergisch Gladbach – auf den zweiten Tabellenplatz vor. Zugleich gelang gegen den FC Hürth II die Wiedergutmachung für die gepfefferte 3:7-Pleite im Hinspiel. „Den März haben wir jetzt hinter uns gebracht mit vier Siegen und zwölf Punkten. Wir sind weiter Erster in der Rückrundentabelle. Wenn es so weiterläuft, bin ich zufrieden“, lautete das Fazit des sportlichen Leiters Matthias Siebertz.
Die Gäste agierten sehr defensiv mit einer Fünferkette und drei Sechsern davor. Dennoch ergaben sich die Chancen für die Gastgeber: Ein Kopfball von Berkan Durdu landete an der Torumrandung, ein Weitschuss von Sven Wurm wurde vom Torwart entschärft. Nach einer halben Stunde fand eine Flanke von Niels Smuda den Weg zu Marvin Störmann, der für Julio Molongua auflegte – 1:0. Nur zwei Minuten späte köpfte Alexander Hettich eine Smuda-Hereingabe ein.
Aus heiterem Himmel – und laut Siebertz aus einer klaren Abseitsstellung heraus – kam Hürth II mit dem Pausenpfiff auf 2:1 heran. Nach Wiederbeginn entwickelte sich ein Spiel mit vielen Unterbrechungen, woran auch der kleinlich pfeifende Unparteiische einen Anteil hatte. Spielfluss war auf beiden Seiten kaum noch vorhanden, bis sich der kurz zuvor eingewechselte Burhan Tuncdemir an der Strafraumkante ein Herz fasste und das Leder zur Entscheidung ins Tor schlenzte. Am Ende ein klassischer Arbeitssieg für Schönenbach. „Wichtig ist nur, dass wir die Punkte zu Hause behalten haben“, so Siebertz.
Tore
1:0 Julio Molongua (29.), 2:0 Alexander Hettich (31.), 2:1 Anton Georgiev (44.), 3:1 Burhan Tuncdemir (80.).
SV Schönenbach
Frederic Löhe; Niels Smuda (90.+2 Elham Isakoski), Meikel Harder, Sven Wurm, Astrit Dauti, Marvin Störmann, Deniz Durmus, Alexander Hettich (78. Burhan Tuncdemir), Dannyking Kafunda-Beya (80. Jordi Scherbaum), Berkan Durdu, Julio Molongua (70. Triantafilos Vlachos).
[Nach dem 1:2 durch Maximilian Maier durfte Gästetrainer Alexander Voigt von einem Auswärtssieg träumen.]
Blau-Weiß Köln - TuS Lindlar 5:2 (5:0).
Das die Trauben beim Tabellenführer für das Schlusslicht hoch hängen würden, war von vorneherein klar. Die personellen Probleme im Abwehrbereich trugen nicht dazu bei, dass die Gäste mit breiter Brust in die Domstadt reisten. Trotz der Umstellungen erledigte der Außenseiter seine Arbeit zunächst ordentlich, verzeichnete sogar die ersten Abschlüsse der Begegnung. Doch weder Marc Bruch noch Marco von Puttkamer schafften es, das Spielgerät im Netz unterzubringen.
Die Strafe folgte auf dem Fuße: Der Primus nutzte gleich seine erste Möglichkeit zur Führung – gleichbedeutend mit Anfang vom Ende für Lindlar, das erhebliche Defizite im Defensivbereich offenbarte. Die Blau-Weiß-Kicker erkannten dies, verlagerten die Kugel nach Balleroberungen auf die Außenpositionen in den Rücken der Viererkette, die ein ums andere Mal schlecht aussah und sich binnen 30 Minuten fünf Gegentreffer einfing.
„Wir haben uns immer wieder nach dem gleichen Schema überrumpeln lassen“, sprach der sportliche Leiter Raimund Kiuzauskas von einer „indiskutablen halben Stunde“, die die Kölner zur frühen Entscheidung nutzten. Nach dem Seitenwechsel ging es bloß noch um Schadensbegrenzung. Die Trainer formierten das Team entsprechend um. „Wir waren dann wesentlich kompakter im Mittelfeld und haben endlich die Zweikämpfe angenommen“, so Kiuzauskas.
Da der Gegner parallel den Fuß vom Gas nahm, konnte Lindlar das Ergebnis in der Tat etwas erträglicher gestalten, nachdem einmal das Aluminium für die Gastgeber gerettet hatte. Christian Schreiner und Roger Sauer stellten mit zwei späten Elfmetertoren den Endstand her. „In der zweiten Halbzeit hat sich die Mannschaft gefangen und ein anderes Gesicht gezeigt“, meinte Kiuzauskas.
Tore
1:0 Yannik Paul (12.), 2:0 Niklas Lohrer (15.), 3:0 Niklas Lohrer (28.), 4:0 Tilman Demmer (30.), 5:0 Tilman Demmer (32.), 5:1 Christian Schreiner (90.+4 Foulelfmeter), 5:2 Roger Sauer (90.+6 Foulelfmeter).
TuS Lindlar
Marco Bong; Gian Luca Wester, Max Geßner (46. Pascal Nguyen), Simon Kahm, Monty Devern (61. Roger Sauer), Steffen Kree, Bakary Condé, Niko Schachow (72. Lorenzo Provenzano), Tim Lamers, Marc Bruch (82. Christian Schreiner), Marco von Puttkamer (61. Gabriel Werner).
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