POLITIK

„Wir wollen am Zeitplan festhalten“

ks; 03.04.2025, 14:00 Uhr
Abbildung: WGF Objekt Landschaftsarchitekten GmbH/Gemeinde Lindlar --- Im Rahmen des ISEK soll die Freianlage am Schul- und Kulturzentrum umgestaltet werden.
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„Wir wollen am Zeitplan festhalten“

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ks; 03.04.2025, 14:00 Uhr
Lindlar – ISEK: Noch in diesem Jahr soll mit der Umgestaltung der Freianlage am Schul- und Kulturzentrum begonnen werden – Interessengemeinschaft mit Offenem Brief an den Bürgermeister.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (kurz: ISEK) ist in Lindlar schon seit Jahren Thema. Ob Veränderungen im Ortskern oder auch am Schul- und Kulturzentrum: umgesetzt wurde bislang noch keine der angedachten Baumaßnahmen. Das soll sich aber mit Blick auf die kommenden Monate ändern. Noch in diesem Jahr soll am Kulturzentrum mit dem Bau einer neuen Busspur begonnen werden. In Zukunft sollen die Busse nämlich nicht mehr über die Shaftesburystraße fahren, sondern parallel zum Wilhelm-Breidenbach-Weg halten.

 

Gesprochen wurde über das Thema vergangene Woche in einer Sitzung des Gemeinderates. Dort wurde durch das Planungsbüro WGF aus Nürnberg auch die Ausführungsplanung sowie der fortgeschriebene Zeitplan vorgestellt. Gemeinsam mit der Verwaltung habe das Planungsbüro den Entwurf weiter vertieft. Dabei habe aber insbesondere das Thema der Versickerung zu einer Verzögerung geführt. Abgeschlossen sei die Planung rund um die Entwässerung noch nicht. Betroffen sei davon aber nur der Untergrund, nicht die Gestaltung der Freianlage an sich.

 

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Geht es nach der Verwaltung, soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres mit der Baumaßnahme begonnen werden. In einem ersten Bauabschnitt sollen die neue Busspur und das dort angrenzende „Grüne Klassenzimmer“ realisiert werden. Weiter soll es im zweiten Bauabschnitt mit dem Bereich vor dem Haupteingang des Kulturzentrums gehen. In einem dritten Bauabschnitt sind dann der Bereich rund um die Shaftesburystraße und der Kaštela-Platz an der Reihe.

 

Laut Vorlage seien die Baukosten im Landschaftsbau dem Baupreisindex des statistischen Bundesamts zufolge seit der Kostenschätzung im Juni 2022 (genehmigtes Netto-Budget rund 2,29 Millionen Euro) bis Februar 2024 um 19,6 Prozent auf netto rund 2,74 Millionen Euro gestiegen. Da das zur Verfügung stehende Budget aufgrund der Förderung feststeht, mussten rund 450.000 Euro eingespart werden. Um das zu erreichen, wurde an der Ausstattung gespart – so etwa an der Remise für den Müll, einer zweiten Tischtennisplatte oder auch an neuen Außenleuchten.

 

„Finanziell bleiben wir im Rahmen, wir haben auch nicht mehr“, sagte Bürgermeister Dr. Georg Ludwig im Gespräch mit OA. Einen Beschluss gab es vergangenen Woche aber noch nicht. Stattdessen hat sich der Rat dafür ausgesprochen, das Thema an den Haupt- und Finanzausschuss und an den Bau- und Planungsausschuss zu verweisen. Trotzdem geht der Bürgermeister davon aus, dass mit den Arbeiten für die neue Busspur und das erste „Grüne Klassenzimmer“ in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden kann. „Wir wollen am Zeitplan festhalten“, sagte Ludwig.

 

Derweil hat die „Interessengemeinschaft Ortskern Lindlar“ einen Offenen Brief samt einer Liste mit gesammelten Unterschriften an Bürgermeister Dr. Georg Ludwig geschickt. Das ISEK halten sie für eine „bedeutende Chance, die Attraktivität und Lebensqualität“ der Gemeinde zu steigern. Dabei fordern sie aber auch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung in Form von öffentlichen Informationsveranstaltungen, Diskussionsforen und Workshops, insbesondere im Hinblick auf die künftige Verkehrsführung und die Erreichbarkeit der Geschäfte und Immobilien.

 

Bei der Interessengemeinschaft geht man davon aus, dass die Einführung einer Fußgängerzone oder erhebliche Änderungen der Verkehrsführung gravierende Auswirkungen auf die ansässigen Gewerbetreibenden, Anwohner und Besucher haben könnte. „Wir sind der Auffassung, dass ohne eine rechtzeitige Einbindung der Betroffenen keine tragfähige Lösung entwickelt werden kann“, schreibt Dominik Pfeifer von der Interessengemeinschaft.

 

Am Mittag hat Bürgermeister Dr. Georg Ludwig auf den Offenen Brief reagiert. In seiner Antwort weist der Bürgermeister darauf hin, dass es in den vergangenen Jahren bereits mehrere öffentliche Veranstaltungen zu dem Thema gegeben hat, darunter auch Bürgerbeteiligungen. Die Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit seien bei den Planungen berücksichtigt worden. Auch in Zukunft soll es weitere Veranstaltungen geben, um die Öffentlichkeit in die Planungen mit einzubeziehen.

 

Am kommenden Dienstag, 8. April, soll die Entwurfsplanung für den Ortskern öffentlich in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vorgestellt werden. Auch dazu sei die Öffentlichkeit laut Ludwig herzlich eingeladen. Die Sitzung findet im Kulturzentrum statt. Los geht es um 17:30 Uhr. Laut Vorlage der Verwaltung soll im Rahmen der Sitzung noch keine Entscheidung für ein Verkehrskonzept erfolgen. Die nächste Möglichkeit zum Bürgerdialog besteht dann am „Tag der Städtebauförderung“, am Samstag, 10. Mai, tagsüber am Kaštela-Platz. Weitere Infos dazu sollen noch bekannt gemacht werden.  

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