HANDBALL

Glücklicher Sieg nach Kontrollverlust

pn, thg; 24.09.2023, 20:15 Uhr
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Glücklicher Sieg nach Kontrollverlust

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pn, thg; 24.09.2023, 20:15 Uhr
Oberberg - Der SSV Nümbrecht kontrolliert Spiel und Gegner, verliert dann aber den Faden - Löwen reiten weiter auf der Euphoriewelle - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘ (AKTUALISIERT).

TV Rheinbach – SSV Nümbrecht 26:27 (12:16).

 

Die Nümbrechter lieferten erneut ein Herzschlagfinale. Wie schon in den vergangenen Wochen stieg der Blutdruck bei SSV-Trainer Manuel Seinsche in der Endphase der Partie ins unermessliche. „Es war ein Spiegelbild der letzten Spiele. Wir sind über 50 Minuten lang diszipliniert, verlieren dann aber komplett den Faden. Das darf uns nicht passieren“, ärgerte sich der Coach über den Leistungseinbruch in der Schlussphase. Dabei hatten die Nümbrechter, die ohne die verletzten Jannik Lang, Simon Schanz, Stefan Ufer und Harald Roth antreten mussten, die Begegnung über weite Strecken unter Kontrolle.

 

 

Mit einer offensiven Deckung und Ex-Bundesligaprofi Tobias Schröter in vorderster Front sowie einem konsequent agierenden Innenblock mit Fabian Benger und Tim Hartmann lief für die Gäste zunächst alles nach Plan. Tom Rydzewski zeigte sich überdies im SSV-Tor gut aufgelegt und parierte allein im ersten Durchgang zehn Bälle. Über 7:3 (10.) und 10:5 (18.) nahmen die Nümbrechter vier Tore Vorsprung mit in die Pause. „Wir waren auch vorne sehr diszipliniert, haben die Bälle bis zum Schluss gut laufen lassen und geduldig auf die Chancen gewartet. 16 Tore zur Pause waren sehr positiv“, meinte Seinsche, dessen Equipe auch nach dem Seitenwechsel zunächst alles im Griff hatte.

 

Zu früh in den Feiermodus geschaltet

 

Über 18:13 (35.) und 24:18 (51.) ging es in die Crunchtime und es wirkte, als wäre die Partie bereits gegessen. Auch die zwischenzeitliche Umstellung der Hausherren auf den siebten Feldspieler brachte die Rheinbacher zunächst nicht entscheiden näher. Als Harald Roth, der wegen einer Bauchmuskelverletzung lediglich für die Siebenmeter eingewechselt wurde, vom Punkt zum 26:20 (54.) verwandelte, schalteten die Nümbrechter offenbar schon in den Feiermodus. Es folgte der Kontrollverlust. Rheinbach traf zweimal, ehe SSV-Keeper Tom Rydzewski sich offenbar zu lautstark darüber beschwerte, dass der Hallenboden vor ihm nicht gewischt wurde und eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte.

 

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Rheinbach nutzte die Überzahl, traf dreimal in Folge und die Halle stand lichterloh in Flammen. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, zu früh und überhastet abgeschlossen und Rheinbach hat das mit Tempogegenstößen genutzt“, schilderte Seinsche, der beim Stand von 26:25 (58.) eine letzte Auszeit nahm. Seinsches Blutdrucksenker kam 50 Sekunden vor der Schlusssirene. Tim Hartmann behielt die Nerven, schloss mit seinem achten Tor zum 27:25 ab und den Rheinbachern ging die Zeit aus. TV-Urgestein Mike Ribbe verkürzte zwar noch, doch der Treffer zum 26:27 blieb Kosmetik.

 

SSV Nümbrecht: Tim Hartmann (8), Fabian Benger (5), Harald Roth (3/3), Dag Dissmann, Torben Lang, Dominik Donath, Marcel Miebach, Benedikt Opitz (je 2), Johannes Urbach (1). (thg)

 

 

HBD Löwen Oberberg – Pulheimer SC 31:26 (14:14).

 

Der Höhenflug der HBD Löwen Oberberg geht weiter. Auch am fünften Spieltag gewann die Mannschaft von Maik Thiele und ist mit 8:2 Punkten der härteste Verfolger von den beiden Topfavoriten auf den Aufstieg aus Siebengebirge und Nümbrecht. Der Löwencoach nimmt es aber gelassen und genießt lediglich die aktuelle Situation: „Vor der Saison hätte uns wohl niemand solch einen Start zugetraut.“

 

Gegen Pulheim waren es die kleinen Momente, die letztlich das Pendel zugunsten der Hausherren ausschlagen ließen. Einen dieser Momente schrieb Alen Caber (Foto). Nach 44 Minuten feierte der Torhüter sein Comeback und hielt sofort vier wichtige Bälle. Auf der Gegenseite verpasste es Tobias Fraunhoffer bei seiner Rückkehr auf den Epelberg eine ähnliche Geschichte zu schreiben. Gegen seinen Ex-Verein wurde auch er in der Schlussviertelstunde ins kalte Wasser geworfen, nach drei glücklosen Aktionen aber auch wieder ausgewechselt.

 

Bis dahin hatten sich beide Teams eine weitgehend ausgeglichene Partie geliefert. Über 2:3 (7.), 7:5 (13.), 8:9 (19.) und 12:10 (22.) gelang es keinem Team sich bis zur Pause entscheidend abzusetzen. Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern: Nach dem 20:18 (40.) durch den gut aufgelegten Marko Köster stellte Pulheim auf den siebten Feldspieler um. Die taktische Variante ging allerdings völlig in die Hose. Die Löwen verteidigten die Unterzahl gut und der PSC wechselte auch deutlich zu langsam den Torhüter wieder ein. Pulheims Trainer Marian Cirloganescu hielt trotz des zwischenzeitlichen 29:23 (52.) bis zum Schluss an der Taktik fest.

 

Thiele lobte nach dem Schlusspfiff sein Team: „Wir haben heute vor allem defensiv gut gestanden und auch unsere Chancen weitgehend genutzt. Am Ende war es auch ein wenig die Fitness. Wir waren schneller auf den Beinen und ich glaube Pulheim hat auch nicht damit gerechnet, dass wir dieses Tempo durchhalten können.“ (pn)

 

HBD Löwen: Tobias Mlynczak, Marko Köster (je 6), Anthony Hudak-Domokos (5), Thorben Schneider (5/1), Marijan Basic (4), Marco Rubel, Nils Welke (je 2), Nils Meier (1).

 

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