POLITIK

Hauptschule: Baustopp, Abriss und Neubau beschlossen

ls; 22.06.2022, 14:45 Uhr
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Hauptschule: Baustopp, Abriss und Neubau beschlossen

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ls; 22.06.2022, 14:45 Uhr
Wipperfürth - Aufgrund der Brandschutzmängel im Konrad-Adenauer-Gebäude standen zukunftsweisende Entscheidungen auf der Tagesordnung des Rates.

Von Leif Schmittgen

 

Unabhängig von den sowieso schon immens gestiegenen Kosten bei der Sanierung von Wipperfürths Schulen ereilte Verwaltung und Politik in Wipperfürth vor knapp zwei Wochen eine weitere Hiobsbotschaft. Erhebliche Brandschutzmängel waren nach Sanierungsstart des sogenannten II. Bauabschnitts in einem Gebäude bekannt geworden (OA berichtete). Demnach halten die Zwischendecken einem Feuer nur 30 Minuten anstatt der bisher angenommenen anderthalb Stunden stand. Um weitere Kosten und Schadenersatzansprüche der beauftragten Baufirmen so gering wie möglich zu halten, empfahl Gebäudemanagerin Renate Brüning vonseiten der Verwaltung einen sofortigen Baustopp mit anschließendem Abriss und Neubau des Schulgebäudes.

 

Dafür ist ein Ratsbeschluss nötig, der gestern Abend auch einstimmig fiel, allerdings ging es bei den Beratungen darum, bereits jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen. Innerhalb eines Fünf-Jahres-Plans (so lange läuft die Genehmigung für einen Interimsbau) sollen auch Fragen über die Aufstellung der künftigen Schullandschaft in Wipperfürth geklärt werden. Dass Eile geboten ist, war bei der gestrigen Ratssitzung unstrittig, allerdings wurde die ursprüngliche Vorlage noch um einige Punkte erweitert. Friedhelm Scherkenbach (CDU) forderte unter anderem die Einbeziehung sämtlicher beteiligter Ausschüsse, der Schulleitung und Verwaltungsgremien: „Dafür muss es auch Sondersitzungen geben“, mahnte er. Denn nach der Sommerpause sollten detaillierte Informationen über Kosten und Ausrichtung eines Neubaus stehen, um dann mit der Umsetzung zu beginnen. „Das ist ein Riesending und wir müssen das zusammen innerhalb von nur fünf Jahren wuppen“, so Scherkenbach.

 

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Ein optimales Zeitmanagement und die Aufstellung genauer Zahlen bis zum Herbst standen für Regina Billstein (SPD) ganz oben auf der Prioritätenliste. „Ich finde gut, dass der Mangel entdeckt wurde, möchte aber jetzt einen klaren Fahrplan." Um das optimistisch gesteckte Ziel einhalten zu können, soll es unter anderem am 25. August einen „Visionsworkshop Schulentwicklung“ geben. Erst dann werden auch Kosten für Arbeitsausfall und Schadenersatz feststehen. „Derzeit kann ich darüber nur einen groben Überblick geben“, sagte Brüning. Die besprochenen Punkte wurden in der finalen Beschlussvorlage berücksichtigt.

 

Fachraumproblem und Interimsgebäude 

 

Außerdem wurde gestern auch über das Interimsgebäude für die Hauptschule diskutiert. Derzeit stehen der Hauptschule keine Fachräume, sondern nur Klassenzimmer zur Verfügung. Deshalb hatte die Schulleitung zugestimmt, theoretische Unterrichtsinhalte für „einige Monate“ vorzuziehen. Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen, alle Beteiligten waren sich einig, dass dies keine Dauerlösung sein könne. Ob insbesondere Technik- und Wirtschaftsräume in das provisorische Gebäude integriert werden können, gelte es deswegen möglichst schnell zu klären.

 

Auf ein konkretes Datum wollte sich Gebäudemanagerin Renate Brüning nicht festlegen. „Eine Lösung zeichnet sich aber ab." Die Kosten für den Interimsbau haben sich um 456.000 Euro auf nun 3,586 Millionen Euro erhöht und werden im kommenden Haushalt veranschlagt, so der einstimmige Ratsentscheid.

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