LOKALMIX

Höhlenerlebniszentrum wird konkreter

ls; 18.11.2020, 06:00 Uhr
Grafiken: Architekturbüro R. Rother / Fotos: Arbeitskreis Kluterthöhle.
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Höhlenerlebniszentrum wird konkreter

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ls; 18.11.2020, 06:00 Uhr
Engelskirchen - Nahe der Aggertalhöhle soll Großes entstehen - Bürgermeister wird Pläne bei der nächsten Ratssitzung vorstellen - Neuigkeiten und aktuelle Fotos vom Windloch.

Von Leif Schmittgen

 

Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus gerät derzeit ein wenig ins Schwärmen: Dabei zaubert ihm nicht nur die „Jahrhundertentdeckung“ der Höhle „Windloch“ im Mühlenberg bei Ründeroth und der überragende Erfolg des im Sommer eingeweihten Höhlenwanderweges ein Lachen ins Gesicht: Geht es nach seinen Wünschen, wird in Engelskirchen 2022 etwas Großes eröffnet: das Höhlenerlebniszentrum. Dort, wo sich derzeit der Kassenbereich zur Aggertalhöhle befindet, soll ein interaktives Gebäude der Superlative entstehen.

 

 

Das ist das Ergebnis mehrerer Workshops im vergangenen Sommer, zu denen die Gemeinde zahlreiche „Verbündete“ ins Boot geholt hatte. Unter anderem war der Entdeckerverein „ Arbeitskreis Kluterthöhle“ um Höhlenforscher Stefan Voigt als primärer Ideengeber involviert. Rund 4,7 Millionen Euro soll das interaktive Bauwerk kosten, weitere 1,8 Millionen sind für  in Zusammenhang stehende Projekte geplant. Realisiert werden soll das Vorhaben größtenteils durch Landesfördermittel: „Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit Düsseldorf“, sagt Karthaus. Wer genau als potenzieller Geldgeber infrage kommt, möchte der Bürgermeister derzeit noch nicht verraten, dafür müssten nach offizieller Beantragung erst Zusagen vorliegen. Die Pläne sollen in der Ratssitzung am 25. November detailliert vorgestellt werden.

 

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In dem von Architekt Ralf Rother vorgestellten Entwurf heißt es unter anderem: „Die beiden geplanten und durch einen Gang mit Schrägaufzug über dem Walbach verbundenen Baukörper sind mit einem Bogendach versehen, welches eine intensive Dachbegrünung bis zum Erdboden erhält. Somit geht das Außengelände fließend in die Baukörper über, welche durch ihre Bogenform als Symbol für die oberbergische, hügelige Landschaft stehen“.

 

Neben äußerer Schönheit soll das Areal aber vor allem auch durch seine inneren Werte bis zu 50.000 Besucher pro Jahr aus dem gesamten Bundesgebiet in die Gemeinde locken. Aufgrund der fußläufig erreichbaren Bahnstation in Ründeroth sei die Lage optimal. „Wer einen Burger im Restaurant isst, sitzt in einer Höhle“, macht das Gemeindeoberhaupt schon jetzt Appetit auf die Einrichtung. Mehr noch: In dem Erlebniszentrum soll ein multifunktionaler Raum Voraussetzungen für Wissen und Entdecken, aber gleichzeitig auch für Genießen und Ausruhen bieten, heißt es in der Beschreibung.

Exponate werden ausgestellt, Fragmente des Windlochs nachgebaut und ein Grundriss der Höhle wird auf dem Boden abgebildet. Zudem sollen stationäre VR-Brillen für ein interaktives Erlebnis ergänzend zur analogen Ausstellung verbaut sein. Der Besucher soll repräsentative Bereiche des Windlochs (virtuell und in 3D) erleben und innerhalb eines kleinen Aktionsradius betrachten.

 

Um Wartezeiten zu überbrücken, ist ein Raum mit rund 50 Sitzplätzen vorgesehen. Dort sollen auf mehreren Displays und Leinwänden, Fotos und Filme aus dem Windloch, aber auch zu Höhlenentstehung, -erforschung und -schutz gezeigt werden. Unter anderem könnte so die Wartezeit für eine Führung in der Aggertalhöhle verkürzt werden, die in Teilen ebenfalls attraktiver gestaltet werden soll.

 

Neues vom Windloch

 

Seit 1. Oktober haben die Höhlenforscher vom Arbeitskreis Kluterthöhle die Arbeit eingestellt, um die Fledermäuse nicht in ihrer Winterruhe zu stören. Dennoch kann  Stefan Voigt Neuigkeiten verraten. Seit dem Sommer stießen die Experte weiter vor, die Höhle misst inzwischen 8,3 Kilometer. „Wir können nicht mehr so einfach weitergehen“, berichtet Voigt. Er ist sich aber sicher, da nur noch wenige Meter fehlen, im kommenden Jahr auf Platz acht von Deutschlands längsten Höhlen vorzurücken. Außerdem wurden weitere bizarre Formationen (Foto + Galerie) entdeckt. Ab 1. Mai geht die Arbeit weiter.  „Da ist in jedem Fall noch viel Musik drin“, frohlockt Voigt.

 

Die wissenschaftlichen Untersuchungen wurden fortgesetzt: Sie werden vom Geologischen Dienst NRW, der Universität Bochum, der TH Georg Agricola in Bochumg und dem dortigen Bergbaumuseum sowie der Universität Gießen bearbeitet. Unter anderem liegen Ergebnisse vor, die das Alter der Höhle auf 30 bis 70 Millionen Jahre eingrenzen. Starke Flugbewegungen von Fledermäusen wurden ebenfalls nachgewiesen. Allerdings nicht durch die Wissenschaftler, sondern mithilfe installierter Überwachungskameras. So genannte Temperaturlogger sollen Daten liefern, die den Klimawandel dokumentieren.

BILDERGALERIE

KOMMENTARE

1

Das Hölenerlebniszentrum wird gewiss Klasse werden wenn es fertig sein sollte!!!!!
Jedoch....hat der Bauleiter früher zu viel Teletubbis geschaut :-) kleiner Scherz!!!
Aufjedenfall werde ich falls es fertig wird....mit meinen Enkeln da hin gehen-die sind von Hölen begeistert!!!

Nicole B., 18.11.2020, 07:33 Uhr
2

Vielleicht sollte der Bürgermeister erst einmal seine Versprechen wie z.B. schnelles Internet in den Außenortschaften, Umbau Bücherfabrik sowie Barriere freien Bahnhof in Ründeroth u.w. umsetzen bevor er das nächste Projekt anstößt um sich damit ein Denkmal zu setzen. Ein Höhlenerlebniszentrum inkl. Parkplatz (es werden ja nicht alle mit der Bahn anreisen) auf zur Verfügung stehenden 8000m² Fläche umzusetzen ohne in das angrenzende Naturschutzgebiet GM-003 bzw. Landschaftsschutzgebiet einzugreifen ist sportlich oder aber die Strafzahlung in den Baupreis schon mit eingerechnet. In anderen Kommunen werden bei solchen Größenordnungen mehrere Architektenvorschläge vorgelegt, die Gemeinde Engelskirchen hat hier scheinbar von Wettbewerb noch nichts gehört. Ein Schelm wer da an böses denkt!

Gemeindemitglied, 19.11.2020, 07:46 Uhr
3

Das sieht total super aus!

Noch´n Gemeindemitglied ;), 20.11.2020, 14:08 Uhr
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