HANDBALL
Nümbrecht II entführt Big Points aus Hückeswagen
Oberberg – Gelpe/Strombach II ist nach dem Sieg im Topspiel nun alleiniger Tabellenführer und formuliert offensive Ziele - Oberwiehl hadert in Siebengebirge mit seiner Trefferquote - SSV-Reserve holt wichtige Punkte im Abstiegskampf (AKTUALISIERT).
ATV Hückeswagen – SSV Nümbrecht II 22:23 (10:12).
War das der dringend benötigte Befreiungsschlag? Nümbrechts Handballer entführen beide Punkte aus Hückeswagen und springen im Abstiegskampf der Verbandsliga auf Platz elf. „Der Ausflug hat sich gelohnt, das nimmt uns einigen Druck von den Schultern“, meinte SSV-Coach Bastian Schneider nach dem oberbergischen Duell. Hückeswagens Trainer Carsten Kuhlwilm war hingegen maßlos enttäuscht: „Heute war nicht bei allen der notwendige Kampf zu sehen, um so einen Gegner zu besiegen.“
Die Gäste mussten ohne Verstärkung aus dem Oberligakader auskommen, hatten mit Lukas Kirchner aber einen überragenden Keeper. Zudem übernahmen Kevin Schieferdecker, Moritz Menger und Alexander Seinsche Verantwortung. Ein weiterer Schlüssel aus Schneiders Sicht: Die variable Defensive, die die Hausherren mit wechselnden Formationen immer wieder vor Herausforderungen stellte. Paul Borisch bekam anfangs eine Manndeckung auf die Füße gestellt und fand kaum ins Spiel.
[Philipp Borisch traf fünfmal.]
Nümbrecht führte bereits 4:0, als Til Kuhlwilm auch die Gastgeber beim 1:4 (8.) endlich auf die Anzeigentafel brachte. Schon früh musste Hückeswagen zudem auf Lucas Frischmuth verzichten, der sich eine Kapselverletzung zuzog. Der nächste Ausfall für den ohnehin dauergebeutelten Nordkreis-Vertreter. Über 6:6 (15.) blieb es bis zur Pause ein offenes Spiel – zum Ärger von Schneider: „Eigentlich müssen wir uns da bereits absetzen.“
Das holte sein Team allerdings nach dem Seitenwechsel nach und diktierte das Geschehen bis zum 17:22 (52.). Zeitstrafen gegen Moritz Menger und Kevin Schieferdecker sowie eine rote Karte gegen Mathis Pötzsch machten das Spiel aber noch einmal spannend. Über 21:23 (57.) konnte sich Nümbrecht aber auf seine Deckung und den überragenden Kirchner verlassen. Der Anschlusstreffer zum 22:23-Endstand von Philipp Borisch fiel erst 33 Sekunden vor dem Ende – zu spät.
Kuhlwilm ärgerte sich vor allem über die schwache Trefferquote seiner Mannschaft. Auch Schneiders Fazit fiel nicht komplett positiv aus: „Es war ein Schritt nach vorne, aber jetzt muss der nächste folgen, dass man so ein Spiel auch souveräner nach Hause bringt.“
Hückeswagen: Philipp Borisch, Til Kuhlwilm (je 5), Lucas Schotters (4), Moritz Mettler (4/1), Niklas Schotters, Paul Borisch (je 2).
Nümbrecht II: Moritz Menger (8), Kevin Schieferdecker (6), Mathis Pötzsch (4), Alexander Seinsche (3), Justus Stein, Jannes Hein (je 1).
[Kevin Schieferdecker nimmt Maß gegen Hückeswagens Innenblock.]
HC Gelpe/Strombach II – TV Jahn Köln-Wahn 37:31 (18:10).
Das nennt man wohl ein Statement im Meisterschaftskampf. Das Duell der beiden ungeschlagen Liga-Schwergewichte war nicht das erhoffte Topspiel. Dabei stimmte der Rahmen: Etwa 300 Zuschauer wollten das Gipfeltreffen der Verbandsliga, Gruppe IV, in der Eugen-Haas-Halle sehen. Auch die Gäste hatten lautstarke Unterstützung mitgebracht. Doch auf dem Spielfeld dominierte zunächst vor allem das Heimteam. Die HC-Handballer agierten über weite Strecken überlegen.
„Wir hatten von der ersten Minute an das Kommando“, fand auch HC-Trainer Daniel Rodriguez. Sein Team stellte eine starke Deckung und hatte dazu mit Marvin Röttel (17 Paraden, Quote: 43 Prozent) einen überragenden Torhüter zwischen den Pfosten. So fiel noch nicht einmal auf, dass die Oberberger sich offensiv eigentlich einige Abspielfehler zu viel erlaubten. Profitieren konnte Jahn Wahn davon aber nicht.
Nach nervöser und fehlerbehafteter Anfangsphase bekam Gelpe/Strombach II seine Nerven schneller in den Griff und machte aus einem 3:3 (4.) eine 6:3-Führung (11.). „Wir haben mit viel Tempo nach vorne agiert und waren dann sicher und effektiv“, analysierte Rodriguez die folgenden Minuten, in denen sein Team sich über 11:7 (20.) auf 16:8 (26.) absetzte.
[Paul Borisch bekam gegen seinen Ex-Verein von Bastian Schneider zunächst eine Manndeckung verordnet.]
Und auch nach dem Seitenwechsel ließen die HC-Handballer keine Fragen aufkommen, spielten weiter effektiv und hatten beim 26:16 (42.) den Sieg eigentlich in trockenen Tüchern – eigentlich! Denn fortan funktionierte die offensive Abwehr des Flughafenteams deutlich besser, auch der Kölner Torhüter fand endlich ins Spiel und Gelpe/Strombach begann fahrig zu werden. „Das war ideenlos und die Laufbereitschaft und Spritzigkeit fehlte plötzlich. Wir haben das nicht ordentlich zu Ende gespielt“, sprach Rodriguez von einem Kopfproblem.
Beim 30:26 (53.) witterten die Gäste plötzlich noch einmal Morgenluft. Ausgerechnet der Jüngste im HC-Kader übernahm nun aber Verantwortung. Lasse Jürges (17) zeigte sich kalt wie eine Hundeschnauze und machte die entscheidenden Tore zum HC-Sieg. Von seinem Coach gab es natürlich ein Sonderlob für den Youngster, aber auch für die gesamte Mannschaft, „die das defensiv richtig stark gemacht hat“.
Nach dem Sieg im Topspiel hat Rodriguez bis zur Winterpause nun ein klares Ziel: „Wir wollen ungeschlagen bleiben.“ Bereits am eigentlich spielfreien kommenden Wochenende findet samstags das vorgezogene Rückspiel bei Langenfeld II statt. Zudem empfängt die HC-Reserve am Sonntag Oberwiehl im Kreispokal-Viertelfinale.
Gelpe/Strombach II: Lasse Jürges (7), Finn Feuerbach (7/2), Mike Heinzerling (5), Felix Soldanski, Jerome Draeger (je 4), Fynn Schürmann, Konrad Toelstede (je 3), Paul Roth, Tobias Müller (je 2).
HSG Siebengebirge-Thomasberg II – CVJM Oberwiehl 30:26 (15:12).
Ein Rückfall in alte Muster war das Oberwiehler Auswärtsspiel auf dem Oberpleiser Sonnenhügel. In der Sunshine Arena verschlief das Team von Christian Schüttenhelm mal wieder die Anfangsminuten, kassierte zu viele Strafen und traf vor allem zu selten das gegnerische Tor. „Siebengebirge war heute schlagbar, aber dafür müssen wir auch die Tore machen“, ärgerte sich der CVJM-Coach.
6:2 (8.) hieß es, als Schüttenhelm erstmals zur taktischen Nachbesprechung bat. Die fruchtete auch: Fünf Minuten später traf Mats Liebe zum 6:6-Ausgleich (13.). Fortan wurde es ein Spiel der Phasen. Mal funktionierte bei den Oberbergern vieles, mal lud man den Gegner mit einfachen Fehlern und zu schnellen Abschlüssen zum Gegenstoß ein. Über 12:9 (21.) ging es mit einem 15:12 für die Gastgeber in die Kabinen.
Auch die Anfangsminuten nach dem Seitenwechsel waren aus CVJM-Sicht eher desaströs. Zeitstrafen und eine schlechte Trefferquote ermöglichten es Siebengebirge, das ohne seinen Topspieler Edgar Schulz auskommen musste, sich zügig auf 21:14 (38.) abzusetzen. Ein Rückstand, den Oberwiehl über 27:21 (53.) nicht mehr entscheidend verkürzen konnte. „Mit den vielen Fehlwürfen haben wir uns das Spiel selbst kaputt gemacht“, fand Schüttenhelm. Die Bestnoten bekamen Torhüter Daniel Canisius, der u.a. zwei Siebenmeter parierte, sowie Julian Klein, der immer wieder die Lücken in der gegnerischen Deckung suchte.
Oberwiehl: Julian Klein (7), Ole Knotte (6), Sean Bockhacker (4), Artur Gartung, Mats Liebe (je 2), Moritz Madel (2/1), Frederik Schneider, Leon Binder, Silas Kleinauski (je 1).
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